Ihr Vertriebsexperte informiert: Neuigkeiten aus Vertrieb - Verlag - Presse - Handel (KW 19)
Infos aus dem Handel
Pressevertrieb Siegerland und Presse-Grosso Könemann fusionieren
Die Unternehmen Pressevertrieb Siegerland GmbH & Co. KG in Scheuerfeld und Presse-Grosso Wilhelm Könemann GmbH & Co. KG in Hagen planen für die zweite Jahreshälfte 2013 den
Zusammenschluss. Einen entsprechenden Antrag haben die Betriebe am gestrigen 10. Mai beim Bundeskartellamt gestellt. Dies gaben die Firmen Pressevertrieb Siegerland und Könemann bekannt. Die
Fusion soll durch die Gründung eines neuen Unternehmens, des Pressevertriebs Meinerzhagen, erfolgen, deren alleinige Gesellschafter die beiden Pressegroßhandlungen Siegerland und
Könemann bilden werden. Diese werden ihre Geschäftstätigkeit auf das gemeinsame Tochterunternehmen übertragen. Sofern das Kartellamt zustimmt, entsteht mit der Fusion ein
Unternehmen, das künftig rund 2.500 Presseverkaufsstellen von Meinerzhagen aus beliefert. Die Fläche des Vertriebsgebietes beträgt etwa 6.417 Quadratkilometer, in denen
1,8 Mio. Einwohner in etwa 830.000 Haushalten leben. Die Geschäftsführung des Pressevertriebs Meinerzhagen werden die Geschäftsführer der fusionierenden Betriebe, Dr. Frank
Hoffmann und Jörg Könemann, übernehmen.
LZ-Vorstand Beate Stahl: "Der Lesezirkel stabilisiert Auflagen und Reichweiten der Zeitschriften"
Anlässlich der vom 10. bis 12. Mai in Potsdam stattfindenden Jahrestagung des Verbandes Deutscher Lesezirkel (VDL) präsentierte Beate Becker-Stahl, stellvertretende Vorsitzende des VDL,
heute in einer Pressekonferenz die Bilanz der Lesezirkelbranche für 2011. Demnach legte der Lesezirkelumsatz 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent auf 172,7 Mio. Euro zu. Davon
entfielen 149,8 Mio. Euro (+2 Prozent) auf die Vermietung von Zeitschriftenmappen, 22,9 Mio. Euro (+5 Prozent) erbrachten Einnahmen aus überregionaler Werbung. Nach Aussage von Beate
Becker-Stahl hat der Lesezirkel damit trotz schwierigen Rahmenbedingungen außerordentliche unternehmerische und vertriebliche Leistungen gezeigt. "Es ist das Verdienst des Lesezirkels, die
Angebotsvielfalt der Zeitschriftenlandschaft dauerhaft für regelmäßige, treue Leserschaften zu erschließen und zu sichern", sagte sie in Potsdam. Darüber hinaus ist der
Lesezirkel, so Becker-Stahl, "ein sehr wichtiger Zweig des deutschen Pressevertriebssystems, weil er mit seinem einmaligen Vertriebsweg die Auflagen und Reichweiten der mehr als 300 vertriebenen
Zeitschriften stabilisiert, die der Lesezirkel in seinem Angebot hat." Dem gestiegenen Umsatz stehen jedoch auch wachsende Kosten gegenüber. Als gravierend erweisen sich dabei die
Erhöhungen der Einkaufspreise durch die Verlage, die nicht unmittelbar an die LZ-Abonnenten weitergegeben werden konnten. Hinzu kommen deutlich gestiegene Kraftstoffpreise sowie der wachsende
Aufwand für die Akquisition neuer Kunden. Ungeachtet dessen gelang es dem Lesezirkel 2011, sein hohes Leistungsniveau, das sich u. a. in stabilen Auflagen und konstant hohen Reichweiten zeigt,
zu halten und auszubauen. An diese Entwicklung will der Lesezirkel in diesem Jahr anschließen. Von den wöchentlich 12,50 Millionen Lesern, die Lesemappen des Lesezirkels nutzen, sind
7,30 Millionen weiblich (58 Prozent) und 5,20 Millionen männlich. 6,53 Mio. Leser zählen zu der für die Werbewirtschaft besonders wichtigen Altersgruppe zwischen 14 und 49 Jahren,
davon gehören 1,72 Mio. Leser der Altersgruppe 30 bis 39 Jahre an. 6,66 Mio. LZ-Nutzer besitzen eine höhere Schulbildung. (dnv-online.net)
Frauen/Unterhaltung/TV
WAZ-Women Group schickt PAULA an den Start
Am 12. Mai kommt mit PAULA ein neues Frauenmagazin in den Handel. Herausgeber der vierzehntäglichen Zeitschrift ist die WAZ-Women Group die unter anderem DAS GOLDENE BLATT und ECHO DER FRAU
herausgibt. PAULA berichtet über klassischen Frauenthemen wie neue Modetrends, Promis, Schönheit, Diäten, Kochen und Reisen. Für weitere Unterhaltung im Heft sorgen Rätsel
und ein täglicher Mondkalender. Der Verkaufspreis für PAULA beträgt 1,90 Euro. (dnv-online.net)
Münchner Mega-Deal perfekt: Bauer übernimmt MVG-Titel
Der nächste Paukenschlag in der Münchner Verlagsszene: Bauer und MVG haben nun kress.de-Informationen offiziell bestätigt, dass ab sofort die bisherigen MVG-Titel "Cosmopolitan",
"Joy" und "Shape" aus dem Hause Bauer kommen. Am Freitagvormittag stellten die Vertreter des Hamburger Großverlags ihre Pläne im Verlagshaus an der Arabellastraße vor. In der
Branche kursierten schon länger Gerüchte, dass sich der Schweizer Verleger Jürg Marquard von seinem deutschen Titeln trennen möchte. Mit Bauer hat er einen Partner gefunden, der
so auf einen Schlag sein breites Zeitschriften-Portfolio veredeln kann. Offenbar gibt es mit der Weiterführung des Hearst-Lizenztitels "Cosmopolitan" unter Bauer-Ägide vertragsrechtlich
keine Probleme. Nun setzten die Verlagsvertreter ihre Unterschriften unter den entsprechenden Übernahmevertrag. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, außerdem muss das
Kartellamt noch zustimmen. Auffällig ist, dass in der offiziellen Pressemitteilung, die von Bauer und MVG verschickt wurde, die aktuelle Münchner Neuentwicklung "Hot" nicht erwähnt
wird. Möglicherweise bedeutet das bereits eine Entscheidung über die weitere Zukunft des Titels, der zunächst in einer Testausgabe an den Kiosk ging. Die Online-Aktivitäten von
MVG gehen ebenfalls zu Bauer über. Wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren ist, soll der bisherige MVG-Standort München erst einmal erhalten bleiben. An der Isar ist Bauer über
das Engagement der "Bravo"-Gruppe stark vertreten. Zuständig ist Yvonne Bauer. Geschäftsführer vor Ort ist Stefan Gröner. "Die Transaktion bietet für uns im Print- wie im
Digitalbereich neue Vermarktungs- und Vertriebschancen mit starken Marken in unserem Portfolio", lässt sich die Verlegerin Yvonne Bauer zitieren. Ebenso stärkte die Neu-Eignerin Waltraut
von Mengden, die bislang den Verlag als Geschäftsführer leitete, den Rücken. Sie soll dem Haus offenbar erhalten bleiben. "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit einem
erfolgreichen und engagierten Team in München, unter der Leitung von Waltraut von Mengden", sagt Yvonne Bauer. Zuvor war aus gut unterrichteten Kreisen zu hören, dass die Verträge
der bisherigen MVG-Geschäftsführer, darunter auch Albrecht Hengstenberg, der in Personialunion Vorstandsvorsitzender der Computec Media AG ist, angeblich nur bis Jahresende laufen.
Verleger Jürg Marquard gab zu dem Deal folgendes zu Protokoll: "Ich freue mich, dass meine deutschsprachigen Frauenzeitschriften Cosmopolitan, Joy und Shape sowie deren Mitarbeiter bei der MVG
in München eine neue, zukunftsorientierte Heimat in einem familiengeführten, weltweit erfolgreichen Medienunternehmen gefunden haben." (kress.de)
"Couch" erscheint ab sofort monatlich
Im Pocketformat, mit knalliger Optik und den großen Lettern „196 Seiten Wohnen & Mode“ präsentiert sich am 14. Mai „Couch“. Nachdem sich die Testausgabe mehr
als 100.000 Mal verkauft hat, bringt Gruner + Jahr (G+J) das Frauenmagazin ab sofort monatlich an den Kiosk. Matthias Frei, Verlagsleiter G+J Life, will junge Frauen mit einem leicht
veränderten Heft-Konzept und einer massiven Werbekampagne für "Couch" gewinnen. "Unsere Leserinnen wünschen sich kreativen Input und Inspiration für ihren persönlichen
Lifestyle, Einrichtungs- und Kleidungstil", fasst Chefredakteur Stephan Schäfer das Feedback von Leserinnen, Userinnen und Bloggerinnen zusammen. "Couch" liefert deshalb Ideen und Tipps, die
sich unkompliziert umsetzen lassen und zugleich einen hohen Trendfaktor aufweisen.“ Redaktionsleiterin Daniela Kamps hat auch einige Anregungen und Wünsche, die Leserinnen der
Testausgabe geäußert haben, in das neue Heft-Konzept einfließen lassen: So wurde etwa die Themenvielfalt erweitert und die Leserführung optimiert. Zudem ist die Optik
großzügiger als bei der ersten "Couch"-Ausgabe. Den Abverkauf ankurbeln soll eine von Gürtlerbachmann entwickelte Werbekampagne, für die ein Brutto-Etat von 4,8 Millionen
Euro bereit steht. Neben der Präsenz in Print- und Online-Medien sind eine Abo-Kampagne sowie multimediale Kooperationen mit Partnern wie H&M und Hülsta geplant. Flankiert wird die
Kampagne mit Maßnahmen am Point of Sale, Händlergewinnspielen, Mailings, Verteilaktionen sowie ab Herbst umfangreichen Social Media-Aktionen. Darüberhinaus wird es mindestens zwei
Blogger-Events pro Jahr geben. Mediaexperten räumen „Couch“ sehr gute Erfolgsaussichten bei den jüngeren Leserinnen ein – der Zielgruppe, die die zunehmend älter
positionierten Wohnmagazine lange links liegen gelassen haben. „Das Magazin ist ein schlüssiges Konzept aus Wohnen und Lifestyle. Wie die Zielgruppe wohnt, ist eine Form des Ausdrucks
ihres persönlichen Lifestyle. ‚Couch‘ vereint beide Heftkonzepte gut miteinander, ohne beliebig zu wirken“, sagt Matthias Hinzmann, Media Director Optimedia. (Horizont.net)
Rätsel/Politik/Wirtschaft/Männer
Copypreis: "Zeit" überholt "Spiegel" / Auch "Neon" erhöht
Die Einzelverkaufspreise der großen Zeitungen und Magazine kennen weiterhin nur eine Richtung: nach oben, und zwar auch oberhalb der aktuellen allgemeinen Inflationsrate. So erhöht die
"Zeit" ab der Ausgabe 20/2012, die in dieser Woche erscheint, ihren Copypreis von 4 Euro auf 4,20 Euro (plus 5 Prozent). Der Hamburger Verlag bestätigt eine entsprechende Information von
HORIZONT.NET auf Anfrage und begründet den Schritt wie meist in diesen Fällen mit einem Ausbau der Redaktion (diesmal: Investigativ-Ressort) und der "Sicherung des
Qualitätsanspruchs". Damit kostet die "Zeit" erstmals mehr als der "Spiegel" (4 Euro). Die "Zeit" hat ihren Copypreis seit 2008 jährlich um 20 Cent erhöht. Damit war man fast im
Gleichschritt mit - aber eben einen Schritt hinter - dem "Spiegel" marschiert, der seit Anfang 2011 glatte 4 Euro kostet; die "Zeit" war ein paar Monate später nachgezogen. Und prescht jetzt
vor auf 4,20 Euro. Beim Spiegel-Verlag plant man derzeit keine Erhöhung, heißt es. Wohl aber beim vierteljährlichen Ableger "Spiegel Wissen": Die Ausgabe 2/2012, die in dieser Woche
erscheint, kostet fortan 7,80 Euro gegenüber 7,50 Euro (plus 4 Prozent). Auch Gruner + Jahrs Lebensgefühl-Magazin "Neon" wird teurer: Es wird ab dem Juni-Heft 3,70 Euro kosten, das sind
5,7 Prozent mehr als bisher (3,50 Euro). Die große Schwester "Stern" hatte ihren Copypreis zu Jahresanfang um 10 Cent von 3,40 auf 3,50 Euro (plus 2,9 Prozent) erhöht, gut ein Jahr nach
der letzten Anpassung Ende September 2010, als der Preis von 3,20 auf 3,40 Euro stieg. Zuvor war der "Stern"-Verkaufspreis Mitte 2009 von drei auf 3,20 gestiegen. (horizont.net)
Sonstiges
Auch Bertelsmann legt im 1. Quartal zu
Dank des starken TV-Geschäfts kann Europas größter Medienkonzern Bertelsmann im 1. Quartal 2012 einen deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg vorweisen. Der Umsatz ist im 1. Quartal um
5 Prozent auf 3,64 Milliarden Euro gestiegen, das Operating Ebit auf 280 Millionen Euro, das Konzernergebnis auf 147 Millionen Euro. Die bei Bertelsmann vollkonsolidierte RTL Group, die für
einen Großteil von Umsatz und Ergebnis des Konzerns gut ist, hat heute ebenfalls Quartalszahlen vorgelegt und konnte den Umsatz auf 1,32 Milliarden Euro steigern, das Reported Ebita auf 191
Millionen Euro. Bertelsmann-CEO Thomas Rabe betont jedoch, dass "alle Unternehmensbereiche einschließlich der Corporate Investments Wachstum aufweisen". Auch die Ergebnisentwicklung sei "sehr
erfreulich". Die Zahlen unterstreichen aus seiner Sicht, "die gute Ausgangsbasis, die sich Bertelsmann für den geplanten langfristigen Konzernumbau hin zu einem wachstumsstärkeren,
digitaleren und internationaleren Unternerhmen erarbeitet hat." Rabe, der die Aufgaben am 1. Januar 2012 von Hartmut Ostrowski übernommen hat, kündigte auf der Bilanz-Pressekonferenz im
März den Umbau des Medienkonzerns an. Er glaubt weniger an die traditionellen Sparten wie TV und Print (Gruner + Jahr) und will vor allem in Bereiche investieren, in denen Bertelsmann derzeit
nicht vertreten ist. Schon seit Jahren im Gespräch ist dabei das Feld Education. Zuletzt waberten Gerüchte hoch, dass Bertelsmann den Kauf des Fachverlags Springer Science + Business
Media prüft, der in der Hand von Finanzinvestoren ist. Bertelsmann hatte den Fachverlag, der ursprünglich unter Bertelsmann Springer firmierte, 2003 verkauft, um Schulden abzubauen. Zudem
hat Rabe in den vergangenen Jahren auch in den Aufbau der Musikrechtesparte investiert. Auch hier handelt es sich um ein nicht ganz neues Engagement: Ebenfalls zur Schuldenreduktion verkaufte
Bertelsmann 2008 seinen Anteil an Sony BMG. Zum 31. März 2012 beliefen sich die wirtschaftlichen Schulden noch auf 5 Milliarden Euro, die Nettofinanzschulden auf 1,832 Milliarden Euro. Um
spannende Engagements in anderen Ländern und Bereichen herauszufinden, hat Rabe zudem die Fonds Bertelsmann Digital Media Investments und Bertelsmann Asia Investments aufgelegt. (horizont.net)
Bei Springer bringt Digitales fast schon so viel ein wie "Bild" & Co.
Mathias Döpfners Strategie für den Springer-Konzern scheint aufzugehen. Das Mutterhaus von "Bild" und "Welt" profitiert zunehmend vom Ausbau des vom Konzernlenker forcierten
Internetgeschäfts. Zum Jahresauftakt setzt der Verlag mit digitalen Angeboten schon fast so viel um wie mit den nationalen Zeitungen (263 bezwiehungsweise 276 Millionen Euro). "Durch das
dynamische Wachstum der digitalen Medien konnte Axel Springer einen spürbaren Umsatzrückgang bei den internationalen Printmedien überkompensieren", heißt es. Döpfner
wörtlich: "Mittlerweile stammen bereits mehr als die Hälfte der gesamten Werbeerlöse und ein Drittel des operativen Ergebnisses von Axel Springer aus dem digitalen Geschäft."
Konzernweit sei der Umsatz um sieben Prozent auf 789 Millionen Euro gestiegen, teilt das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (Ebitda) legt um 7,5 Prozent auf 136,5 Millionen Euro zu. Damit liegt Springer sogar über den Werten, die Experten vorhergesagt haben. Vorstandschef Döpfner bestätigt
darüber hinaus die Prognose für das laufende Jahr. Demnach soll der Umsatz 2012 im einstelligen Prozentbereich zulegen. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn soll leicht
steigen. Dabei erwartet der Vorstandschef, dass die Erlöse und das operative Ergebnis im Printgeschäft etwas sinken. Dies könne jedoch durch ein prosperierendes
Internetgeschäft, das zuletzt immer wieder auch durch Übernahmen gestärkt wurde, mehr als ausgeglichen werden. Springer setzt im Internet auf eigene Printmarken und deren digitale
Ableger der Printprodukte wie bild.de, zum anderen auf Spezialportale wie Finanzen.net, Motor-talk.de oder Transfermarkt.de. Zudem ist Springer vertreten in Online-Rubrikenmärkten und auf
Marktplätzen wie der Immobilien-Börse Immonet.de oder dem Job-Portal Stepstone.de. (wuv.de)
